23. Dezember

Schon ganz früh am Morgen sind Stimmen zu hören. Woher die aber kommen, weiß die Maus nicht! Mit in der Kiste liegt ein einzelner Handschuh, eine Mütze und ein Turnbeutel. Alles Sachen, die in den Bussen liegen geblieben sind. „Hm, bin mal gespannt, was jetzt mit mir passiert.“ Es ist zwar spannend so viel Neues zu erleben, aber immer so weitergereicht zu werden ist sehr anstrengend und langsam hat sie keine Lust mehr darauf.

 

Später, als alles wieder still ist, wird auf einmal der Deckel der Kiste geöffnet und eine große Hand holt alle Sachen heraus und Manfred geht voll bepackt zu seinem Arbeitsplatz zurück.

Die großen Sachen verstaut er in eine weitere Kiste und die Maus legt er auf seinem Schreibtisch ab. „Jetzt haben wir ja noch so einen Schmusetier hier liegen. Hoffentlich können wir das dem traurigen Kind wieder zurückgeben,“ bemerkt Manfred, als er sich an seinen PC setzt.

 

So langsam kommt auch mehr leben ins Kundenzentrum. Von allen Seiten strömen Menschen herein. „Hallo Frau Braun, haben sie sich doch für eine 9-Uhr-Fahrkarte entschieden?“ fragt Manfred, als eine neue Kundin durch die Glastür kommt. „Ja bitte, ich habe auch den Vertrag schon ausgefüllt, aber ein Foto habe ich nicht gefunden.“ „Ach kein Problem, dann mache ich ein Bild von ihnen.“ Schon holt Manfred die Digitalkamera aus dem Schrank und geht zur Kundin in den Vorraum.

 

„So, setzten sie sich mal auf den Stuhl! Das haben wir schnell erledigt!“ und schon ist das Foto im Kasten und Manfred legt die Fahrkarte im Computer an, druckt sie aus und händigt sie der Kundin aus. Sie verlässt daraufhin zufrieden das Kundenzentrum.

 

„Beim Abspeichern gibt es aber irgendein Problem und auf dem PC erscheint ein Kasten mit 2 großen roten Kreuzen! „RAMONA Hilfe, ich habe ein Problem mit  meinem PC.“ Ramona die Kollegin aus dem nächsten Büro kommt durch die offene Tür spaziert und fragt nur: „Was hast du denn gemacht?“ Manfred meint nur noch: „Ich wollte doch nur speichern!“

Es dauert eine Weile, bis Ramona den Fehler gefunden hat aber ein paar Minuten später läuft der Computer wieder ganz normal.

 

Als Ramona schon wieder in ihr Büro gehen will, fällt ihr Blick auf die Maus auf dem  Schreibtisch. Nimmt sie ungläubig hoch und fragt: „Wo  kommt die denn her?“

„Das war heute Morgen in der Fundsachenkiste.“ „Das gibt es doch nicht! Diese Maus hat die Tochter meine Cousine im Bus vergessen, Aber schon Anfang Dezember! Und sie scheint frisch gewaschen zu sein! Das ist aber komisch!“

„Vielleicht ist es aber auch eine Andere, die sehen nur gleich aus!“ möchte Manfred eine Erklärung finden.

 

„Nein, ich bin mir ganz sicher. Siehst du hier das Muster am Bauch, sie musste geflickt werden. Ihr Opa hat es wieder zusammengesetzt und die Streifen sind jetzt verdreht.“

„Na, dann ist das anscheinend ihre Maus! Nimmst du sie mit?“ „Ja natürlich!“ Schon ist die Maus in Ramonas Tasche verschwunden.

 

Jetzt ist die Maus ganz aufgeregt. „Das ist ja Ramona, die kenn ich doch! Sie bringt mich doch bestimmt zu Paula!“

 

So geht die Maus hoffentlich auf ihre letzte Reise ...