12. Dezember

„Hm, langsam habe ich keine Lust mehr zu Reisen! Ich will wieder zu Paula zurück!“ denkt sich die Maus, als sie in einer großen Handtasche an einer Garderobe hängt. Am frühen Morgen geht die Reise schon wieder los. Aber Maus kann nicht erkennen, wo sie ist, oder was sie macht. Sie kann nur Geräusche oder Stimmen wahrnehmen. So ist es für sie sehr langweilig und sie muss bis zum Nachmittag warten, bis sie wieder etwas von der Außenwelt zu sehen bekommt.

„So alle schön zusammenbleiben! Immer 2 zusammen laufen!“ Gibt die junge Lehrerin nochmal Anweisungen. In 2er Reihen geht es dann durch die Stadt. Die Jungen und Mädchen unterhalten sich dabei lautstark miteinander. Endlich kommen sie an dem Puppen-Museum an. Schnell werden sie zum Theater geführt und alle nehmen Platz.

Nur mit Mühe kann die Lehrerin alle Kinder zur Ruhe anhalten, aber als das Licht etwas gedimmt wird, und die ersten Puppen auftauchen, haben alle Kinder nur noch Augen für das Theaterstück. So kann sich die Lehrerin auch mal zurücklehnen und etwas entspannen.

Ihre Tasche hat sie neben sich auf den Platz gestellt und dabei hat sie sich etwas geöffnet. So kann nun die Maus miterleben, was im Puppentheater gespielt wird. Es ist eine Weihnachtsgeschichte, mit Weihnachtsmann und seiner Frau! Es wird viel gelacht und die Kinder helfen mit Zurufen die Geschichte voranzubringen. Am Ende gibt es viel Applaus von den Zuschauern und die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Schon muss sich die Schulklasse auf den Weg zurück zur Schule machen. Erst nach mehrmaligem auffordern der Lehrerin gehen die Kinder wieder 2er Reihen durch die Stadt. Zuerst durchqueren sie einen nahen Park und kommen erst dann in die Fußgängerzone. Dort müssen sie besonders aufpassen, dass keiner verloren geht. Es sind an diesem Morgen sehr viele Menschen unterwegs um einzukaufen. Da fällt aber sogar eine lärmende Schulklasse auf. Sie kommen gerade an einem leeren Marktplatz vorbei und müssen eine Straße überqueren. Da stolpert ein kleines Mädchen und schlägt sich das Knie auf. Die Lehrerin ist schnell zur Stelle und untersucht ihre Verletzung. Als sie in ihrer Tasche nach einem Taschentuch und einem Pflaster sucht, rutscht die Maus auch heraus und bleibt an der Seite der Straße, direkt vor einer Bank liegen. Schnell ist die Schürfwunde mit dem Pflaster versorgt und die unruhig gewordenen Schüler dürfen wieder weiter marschieren.

Nun liegt die Maus unterhalb eines Fahrradständers, direkt vor der Bank.

Aber sie bleibt nicht lange dort liegen. Am späten Nachmittag, kommt jemand von der Müllabfuhr vorbei, um die Mülleimer zu leeren. Und er sieht die Maus auf der Straße liegen. „Ich bring dich am besten in die Bank. Vielleicht gehört sie einem Kunden. Schnell hat er die Stufen zum Eingang der Bank überwunden und betritt den Schalterraum. Gleich am ersten Schalter, gibt er die Maus ab und die Angestellte verspricht, sie gut sichtbar hinzulegen, falls jemand danach sucht.

Der Tag in der Bank neigt ich dem Ende zu und es kommen nur noch einzelne Kunden herein. Die Maus kann beobachten, wie jemand für den nächsten Urlaub Dollar umtauscht. Aber sonst passiert nicht interessantes und kurze Zeit später gehen die Lichter aus und die Maus ist allein in der großen Bank.

 

Wieder eine einsame Nacht an einem Fremden Ort.